Ivo Schnyder, Arbeitsgruppe Mensch und Hochschule, Casa Capriasca, CH-6950 Tesserete                              im Januar 2002

Ein Militärpatient macht sich Gedanken über Hochschulen, Krieg und Frieden

Das Vorwort im UNESCO-Bericht spricht zwar die volle Wahrheit aus, wenn es sagt, "...da Kriege im Denken der Menschen beginnen, ist es auch das Denken, in dem die Verteidigung des Friedens aufgebaut werden muss." Dieser Gedanke ist sehr vielsagend. Aber wir können ihn nur dank dem herzintelligenten (emotional-intelligenten, lebendigen, geisteswissenschaftlichen) Denken verstehen. Das herzintelligente Denken geht immer von der Gerechtigkeits- und Wahrheitsliebe, das heisst von der Liebe zum Lebenden (zu Mensch und Tier) aus. Es ist die einzige Denkart, die mit Gedankeninhalten, Begriffen und Ideen umgehen kann.

Im Gegensatz zum herzintelligenten Denken steht das naturwissenschaftliche (mechanistische, gegenständliche) Denken. Dieses ist rücksichtslos gegenüber allem Erlebbaren und Lebendigen in der Schöpfung. Das heisst, es klammert die Liebe zum Lebenden und überhaupt alle philosophische oder religiöse Wahrheitsliebe aus. Es hat Berechtigung auf verschiedenen materiellen und technischen Gebieten. Je stärker aber ein Mensch an dieses Denken gebunden ist, desto schwächer ist seine Menschlichkeit, Herzintelligenz und Fähigkeit, mit Gedankeninhalten, Begriffen und Ideen umzugehen.

Eine totale Bindung an diese mechanistische Intelligenz wäre kompletter Idiotismus. Um diese zwei Denkarten (oder zwei Intelligenzen) zu verstehen, benötigen wir ein gutes Mass an Herzintelligenz. Der geniale amerikanische Philosoph R.W. Emerson sagt, es habe keine andere Klasse so wenig Religion wie die der Gelehrten. Wenn Emerson recht hat, dann hat auch keine andere Klasse weniger Gerechtigkeitssinn und Herzintelligenz als diese.

Beispiele aus der Schweizer Gelehrtenklasse rütteln auf: Der Fall Jeanmaire, "Mord in Kehrsatz" (Weltwoche Verlag), "Der Fall Marino" (Panorama Verlag). Ganz Besonderes hat uns der Militärversicherungsfall Schnyder zu sagen. Einige nennen ihn sogar ein Symbol für die Deutschschweizer Gelehrtenklasse.

Wegen eines militärischen Schiessunfallleidens, das ich mir 1954 zuzog, musste ich meinen Beruf als Zimmermann und zwei Ausweichberufe aufgeben. Ich wurde schliesslich medizinisch als über 80% arbeitsunfähig eingeschätzt und musste seit 47 Jahren mehr oder weniger unter dem Existenzminimum leben. Ich ging durch 5 Gerichtsverfahren, an denen 100 Ärzte, Richter und Juristen beteiligt waren.

Die weit überwiegende Mehrzahl der Beteiligten war überfordert, weil ihnen die Herzintelligenz (das geschulte Denkvermögen) fehlte. Sie stellten sich bewusst oder unbewusst auf die Seite des Starken, d.h. der Militärversicherung (MV) und fragten nie nach Gerechtigkeit und Menschenrechten. Sie fälschten und schikanierten mich auf das Gemeinste, um mich loszuwerden. Zum raffinierten Fälschen fehlte ihnen aber die Intelligenz (auch den Richtern des Eidgenössischen Versicherungsgerichts).

Mit der indirekten Hilfe (wegen mangelnder Herzintelligenz) der St. Galler Regierung, des Bundes, insbesondere der Bundesrätin Ruth Dreifuss und des BEOBACHTERS konnte die MV mir nahezu eine Million Schweizerfranken stehlen. Wegen Verjährung müsste sie mir nur noch 200'000 nachbezahlen. Dank des geschickten Vorgehens von Alt-Nationalrat Josef Kühne (wieder mit Hilfe von Alt-Nationalrat Ernst Mühlemann und einigen Ärzten) gibt die MV die Fehler heute zwar zu. Noch glaube ich nicht, dass ich die ausstehende Schuld jemals erhalten werde.

Den vieljährigen Kampf gegen die Schar der Gegenspieler (die doppelt so viel Schulbildung haben als ich) führte ich aus Liebe zur Wahrheit. Die krankhafte Sturheit, Verlogenheit und denkerische Unterentwicklung dieser Leute war aber für mich ebenso schwer zu ertragen wie ihre Arroganz und Nichtbereitschaft zum klärenden Gespräch. Es ist natürlich falsch, solche Menschen, die nicht erkennen, was sie tun, mit negativen Gefühlen zu verurteilen.

Die einseitige Wissenschaftlichkeit in den Hochschulen, welche die Herzintelligenz ausklammert, ist ein Irrtum mit den schlimmsten Auswirkungen

Die genannten Beispiel zeigen deutlich genug, was die Hochschulen weltweit zu Umweltverschmutzung, Unfrieden, Hass, Rassismus und Kriegen beitragen. Wenn der oben erwähnte Gedanke der UNESCO ins Praktische umgesetzt werden soll, dann müssen wir in erster Linie etwas für unsere Hochschulen tun.

Seit einigen Jahren bemühe ich mich (soweit es mein Gesundheitszustand erlaubt), einen kleinen Beitrag für zeitgemässe Hochschulen zu leisten, indem ich Kurse für Führungspersonen und Gelehrte erteile, die sich für die Bildung der Herzintelligenz interessieren. Für Leute, deren Herzintelligenz gut entwickelt ist, habe ich "Philosophie der Intelligenz" geschrieben. Darin habe ich versucht, das Wesentliche für eine moderne Hochschule aufzuzeigen. Ein Genfer Universitätsprofessor lobt die Schrift und schreibt, sie decke viele neue Felder auf.

Weitere Schriften von mir, die alle das herzintelligente Denken in den Vordergrund stellen: Sport und Zen, Die Kunst des lebendigen Denkens, Motorradfahren – Eine königliche Kunst. Alle Schriften sind erhältlich im Bergrose Verlag, Franz und Maria Schnyder, Wengistrasse, 8722 Kaltbrunn.

Für weitere Informationen: www.arbeitsgruppe-mensch-hochschule.ch

Kopie an: UNESCO, 7, Place de Fontenoy, 75352 Paris 07 SP, France

Commission Européenne des Droits de l'Homme, 67000 Strasbourg, France

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